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Ein Zeitzeuge des Dritten Reiches zu Besuch am EFG
Kategorie: BerichteVon: Leslie Necke-Schmidt und Marie Nolte
Am 2. Mai. 2011 war in der 9. Klasse des Ev. Firstwald-Gymnasiums, ein Zeitzeuge des Dritten Reiches zu Besuch: Mieciu Langer.
Das Klassenzimmer wurde für diesem Zweck umgeräumt und die Stühle in einem Halbkreis um das Pult gestellt. Gegen 14:45 Uhr nahmen die beiden 9. Klassen platz. Alle waren sehr aufgeregt, da selbst die Presse mit Kameras da war, und warteten gespannt auf Herrn Langer. Als dann die Tür aufging und unser Gast rein kam, war es mucksmäuschen still. Ein kleiner Mann mit kleinem Koffer bahnte sich den Weg durch die Schüler zum Pult frei. Zuvor aber wurde Herr Langer auch herzlich von unserem Direktor, Herr Dreher, begrüßt.
Aus seinem Koffer packte er Bücher aus und stellte sie vor sich auf den Tisch. Nachdem er sich etwas zu trinken eingeschenkt hatte, fing Herr Langer auch schon an, über sich zu erzählen. Er erzählte uns zu Anfang, dass er, nach seiner Befreiung, zuerst einmal seine Erinnerungen verdrängt hatte. Herr Langer meinte, dass sei auch besser gewesen, denn viele, die dies nicht getan hätten, wären körperlich und seelisch daran kaputt gegangen. Er beschloss also, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und in der Gegenwart zu leben.
Als dann im Jahre 1992 in Tübingen eine Austellung über das Thema "Nazis in Deutschland" war, fragte ihn eine Journalistin, ob er an dieser Stelle nicht auch von sich erzählen wolle. Herr Langer lehnte ab. Doch die Journalistin ließ ihn nicht in Ruhe und meldete sich noch viele Male bei ihm, so das es ihm schon peinlich war abzulehnen. Doch schließlich war es seine Frau, Felicia Langer, die ihn davon überzeugte bei der Austellung von sich zu erzählen. Herr Langer meinte zu uns scherzhaft: " Wo der Teufel nicht da ist, schickt er die Frau!". Nach diesem Satz, war das Eis zu uns gebrochen und alle lauschten gespannt dem weiter, was er erzählte. Es war sehr bewegend und authentisch, was uns dieser Herr erzählte, teilweise schokierte es aber auch. Besonders beeindruckend war es, als er erzählte, dass er sich in einem Konzentrationslager zwischen dem Leben und seinem Vater entscheiden musste. Wie diese Enscheidung ausgefallen ist, weiß man ja, denn er sitzt uns gegenüber. Doch obwohl diese Wahrheit so hart ist und uns als Schüler wirklich mitnimmt, lockert Herr Langer die Stimmung immer wieder mit seinem Humor auf.
Zum Schluss verkaufte er uns noch Bücher über seine Lebensgeschichte und signierte sie auch gleich vor Ort.
Wir alle haben viel aus dieser Stunde mitgenommen und wollen uns auch nochmal an dieser Stelle ganz herlich bei Herrn Langer bedanken, dass er sich Zeit für uns genommen hat.










